Wie du durch mehr Bewusstsein Sexualität und Intimität in deiner Beziehung intensivierst

Geschlechtervorurteile Wie du mehr Sexualität und Intimität in deiner Beziehung erlebst

In welchen Bereich darfst du mehr Bewusstsein bringen, um besonders die Intimität und Sexualität in der Partnerschaft lebendiger zu erleben?

Deine Gedanken und Meinungen gegenüber Männer und Frauen, auch sog. Geschlechtervorurteile, verhindern, wenn sie unerkannt bleiben, Sexualität und Intimität. Warum?

Die Vorurteile sind meistens total unbewusst und beeinflussen doch jede Interaktion in deiner Beziehung. Du trägst unbewusst eine bestimmt Brille durch die du deinen Partner wahrnimmst und sammelst laufend Beweise für die Richtigkeit deines Glaubens. Alles was nicht in deine Annahme fällt, nimmst du auch nicht oder wenig wahr. Bildlich gesprochen stehen eure Vorurteile permanent zwischen euch: Wie willst du deinem Partner nah sein, wenn Vorurteile dazwischen stehen?

Geschlechtervorurteile sind so machtvoll, dass sie eure Sexualität und Intimität zerstören können und das ihr kein tiefes Vertrauen zueinander aufbauen könnt. Deshalb ist das Erkennen der eigenen Ansichten eines der wichtigsten Themen, mit denen sich ein Paar auseinandersetzen darf.

Was ist genau damit gemeint?

Geschlechtervorurteile sind Überzeugungen, Verallgemeinerungen, Kategorisierungen und Zuschreibungen wie Männer oder Frauen sind oder zu sein haben. Negative Bewertungen sind häufiger und vielleicht auch einfacher zu erkennen, jedoch gibt es auch im positiven Sinne überbewertende, idealisierende Vorurteile. Auch diese verzerren das Bild und nehmen den Menschen nicht als Subjekt wahr. Ähnlich wie Glaubenssätze führen Geschlechtervorurteile dazu, dass du durch deine gewählte “Brille” in die Welt siehst und überall Bestätigungen für deinen Glauben findest.

Während Glaubenssätze sich auf dich selbst beziehen, verurteilen Geschlechtervorurteile meist alle Männer und Frauen. Es sind nach außen projizierte Glaubenssätze, die schwierig als solche zu erkennen sind.

Die Vorurteile hast du gegenüber das eigene und das andere Geschlecht. Meist sind sie eng  miteinander verbunden.

Hier einige Beispiele:

  • Männer wollen nur das Eine.
  • Frauen haben es eh total schwer und müssen deshalb hart arbeiten.
  • Männer sind rücksichtslos und unsensibel.
  • Frauen sind schwach und immer “zu gut”.
  • Männer wollen nur Karriere machen.
  • Auf Frauen kann ich mich nicht verlassen und sie sind unberechenbar.
  • Frauen muss ich bei Laune halten.

Du erkennst Geschlechtervorurteile an Sätzen wie Frauen sind… und Männer sind … .

Du wertest Frauen oder Männer ab, in dem du ihn/sie als „zu viel“ (dominant, kontrollierend, vereinnahmend, manipulierend) oder „zu wenig“ (dumm, schwach, hilflos, unzuverlässig) betrachtest.

Vorurteile gegen dein eigenes Geschlecht stören deine eigene Sexualität zutiefst, weil du dadurch auch deinen Körper ablehnst und ihn abstoßend findest.

Das Thema Geschlechtervorurteile lernte ich durch das Konzept der Integrativen Körperpsychotherapie (IBP) nach Jack Lee Rosenberg kennen.

Wie kannst du sie erkennen?

Vorurteile zeigen sich dir in Gefühlen wie Unbehagen, Misstrauen, Abwertung, Angst oder Wut gegenüber dem eigenen oder dem anderen Geschlecht.

Oft spaltest du dich durch Vorurteile auch von deiner Körperwahrnehmung ab. Du bist im Kopf, nicht im Jetzt und spürst dich nicht.

Du kannst deinen Partner nicht “sehen”, weil du eine Verallgemeinerung unbewusst auf ihn gelegt hast. Das bedeutet du siehst ihn als Objekt! Es ist dann so, dass du ihn oder sie nicht hören kannst, wenn er/sie seine Sicht oder Meinung sagt. Du bist dann entweder schnell mit deinen Argumenten befasst oder gehst zum Beispiel gedanklich weg. Dies zeigt, dass es schwierig ist die eigenen Geschlechtervorurteile zu erkennen.
Binnen Millisekunden “schießen” sie in dich und rufen eine negative Körperempfindung hervor.

Ein persönliches Beispiel:

Ich fuhr letzte Woche mit dem Auto von Leipzig nach Berlin und das Navi zeigte mir eine Straßensperrung. Im Internet konnte ich nicht herausfinden, ob dies stimmte, weil ich schon losfuhr (Ich zuvor auch keinen guten Empfang hatte.) und so rief ich meinen Partner an, um ihn zu bitten, im Internet für mich nachzusehen. Ich rief ihn an und er ging nicht an sein Telefon. Es schoss mir auf einmal in den Kopf “Ist ja klar, dass er nicht erreichbar ist, wenn ich ihn schon mal brauche!” gepaart mit Empfindungen von Abwertung und Wut. Gleiches passierte mir einige Tage später. Ich fuhr wieder mit dem Auto und die Anzeige zeigte mir “Motoröl wechseln” und eine rote Leuchte blinkte. Da mein Partner das Auto in den letzten Tagen fuhr, rief ich ihn an, um ihn zu fragen, ob ich trotzdem weiterfahren kann oder ich dann einen Schaden riskiere… Genau. Er ging nicht ans Telefon :-). Ich erlebte gleiche Reaktion: Eine irre Wut und Ablehnung war binnen Millisekunden da und “Ist ja klar, wenn es drauf ankommt, kann ich mich nicht auf ihn verlassen!”.

Ich fühlte mich mit meinen Gefühlen und der Überzeugung total “im Recht” und “bestätigt”. Ich war echt richtig sauer auf ihn. Verwundert von meiner Reaktion, begann ich bei mir nachzuforschen.

Was habe ich getan, um diese Überzeugungen zu lösen?

Welche Schritte kannst du gehen?

Jack Lee Rosenberg, Begründer der Integrative Body Psychotherapy IBP (Integrative Körperpsychotherapie), empfiehlt sich zunächst mit der Lösung der Geschlechtervorurteile des eigenen Geschlechts zu beschäftigen. Dadurch wird dein Blick für das andere Geschlecht frei und du kannst beginnen die Vorurteile des anderen Geschlechtes zu erkennen.

  1. Erkenne im ersten Schritt deine Meinungen und Gedanken. Was denkst und glaubst du wie Männer und Frauen sind?
    Welche Annahmen bestätigt dir dein Partner immer wieder?
  2. Erkenne diese Meinungen im zweiten Schritt an! Sprich deine Sätze laut aus und versuche innerlich JA zu deinem Vorurteil zu sagen. Du nimmst es dadurch bewusst an, weil du glaubt es ja sowieso schon unbewusst die ganze Zeit. Du übernimmst durch diese Handlung auch Verantwortung für deinen Glauben und eine neue differenzierte Wahrnehmung darf sich etablieren.
    In meinem Beispiel habe ich meinem Partner von meiner Erkenntnis erzählt. Ihm geschildert wie es mir in der Situation ging und welcher Satz sich zeigte.
  3. Triff im dritten Schritt eine neue Wahl.

BONUS-Übung

Besonders in Beziehungen spiegelt uns unser Partner die Vorurteile, die wir haben. Du kannst alternativ gegenüber dir unbekannten Personen auf deine allererste innere Reaktion achten. Welcher Satz oder welche spontane Meinung taucht auf? Dies ist eine weitere Möglichkeit dir selbst auf die Schliche zu kommen. Mache folgend die zuvor beschriebenen 3 Schritte.

Workshop

In der kommende Woche kannst du mich auf der Online Messe Lebensziele treffen. Eine virtuelle Messe vom 20.06. – 2.7.2016. In 5 Messehallen (Persönlichkeit & Lernen, Freude & Emotionen, Partnerschaft & Familie, Körper & Gesundheit, Unternehmen & Unternehmer/in sein) kannst du genau wie bei einer physischen Messen verschiedene Messestände, Vorträge und Workshops besuchen. Alles virtuell.

Ich halte auf der Messe einen Workshop zum Thema “Wie du durch mehr Bewusstsein Sexualität und Intimität in deiner Beziehung intensivierst”, in dem ich mit den Teilnehmern eine weitere Übung mache, um ihre individuellen Vorurteile offen zulegen.
Wann? Am Dienstag, 21.6., 14.45 Uhr

Für deine Sexualität, Liebe und die Intimität in deiner Beziehung ist es total wichtig, Bewusstheit in deine Gedanken gegenüber deinem und dem anderen Geschlecht zu bringen.

Ich freue mich, wenn du zur Messe und meinem Workshop kommst! Weitere Information und Tickets gibt es hier.

 

Ich freue mich über deinen Kommentar zum Thema!

Alles Liebe

Anika

NEU* Gratis Online Webinar: "Meine Beziehung. Und Ich."


Foto Beitragsbild: Sabrina Lieb

Leave A Response

*

* Denotes Required Field