Alles, nur kein öder KommUNiKaTiONsRaTgeBErBlOG!

Kommunikation in der Partnerschaft

Über die Kommunikation mit deinem liebsten Partner

Was jetzt folgt, ist keine schnöde x-te Abhandlung über Kommunikation. Oh Gott, NEIN.
Was ich will, ist an festgefahrenen Gesprächsmustern rütteln und zeigen wie es besser und konstruktiver gehen kann.
Durch guten Austausch entsteht Nähe und du fühlst dich genährt. 

Miteinander reden ist einfach das, was wir die meiste Zeit (verkehrt) tun.
Wie oft missversteht ihr euch in der Beziehung?
Wie oft deutest du, was er denkt? Und denkst, du hast recht 😉
Wie viele Streits löst ihr gut?

Kommunikation ist ein riesen Thema. Praktisch und theoretisch. Theoretisch erklären uns viele Modelle wie der Austausch von Informationen zwischen zwei Menschen gut gehen kann.

Praktisch stellt die Umsetzung, zum Beispiel innerhalb einer Partnerschaft, hohe Anforderungen an uns selbst. Dein Partner muss nur ein falsches Wort sagen und du rasselst in eine Emotion oder Muster.

Der Unterschied zur Kommunikation mit Freunden

Wieso schreibe ich über Kommunikation in der Partnerschaft? Das gleiche gilt doch auch mit Freunden?

Ja. Natürlich. Allerdings ist es mit Freunden viel leichter bei Kommunikationsschwierigkeiten oder Unstimmigkeiten unsere Freundin auch einfach so sein zu lassen (“Es ist ihr Leben.”, “Sie wird schon wissen was sie tut.”).  Wir müssen nicht unbedingt auf einen Nenner kommen.

Auch wenden wir mit Freunden viel leichter Ausweichstrategien an, in dem wir bestimmte Themen vermeiden oder sogar Freundschaften beenden, weil wir

  • uns nicht trauen auszudrücken, was wir wirklich wollen, empfinden oder brauchen.
  • uns gegenseitig nicht verstehen oder vom Anderen nicht verstanden und gesehen fühlen.
  • nicht wissen, wie wir so miteinander sprechen, dass wir uns auch verstehen.

In der PartnerscHerzhaft treten wir meistens den gemeinsamen Weg an, um „für immer“ zusammenzubleiben.
Deshalb sind wir in der Beziehung oftmals viel mehr bereit alles mögliche zu tun, um es gemeinsam möglichst schön zu haben: Wir reden viel, diskutieren, streiten und versöhnen uns.

Und darin liegt die große Chance: In der Partnerschaft konfrontieren wir uns viel eher mit unseren schwierigen Themen, weil wir unseren Partner lieben und mit ihm zusammen bleiben wollen. Dafür sind wir bereit einiges auf uns zu nehmen.

Natürlich ist es auch hier möglich, erfolgreich jahrelang bestimmten Konflikt-Themen auszuweichen, Lösungsversuche zu starten, die im Streit enden oder einfach “weg schauen” und “aushalten”.

Jedoch bist du früher oder später massiv mit deinen Themen konfrontiert: Du kommst dann nicht mehr an deinen negativen Gefühlen oder dir total wichtigen Wünschen und Bedürfnissen vorbei.

Die Kommunikationskultur nehme ich zum Teil miserabel wahr:

  • Emotionen sollen vom Partner geheilt/gelöst werden (Abgabe von Verantwortung).
  • Du-Botschaften, Vorwürfe und Angriffe verletzen und bringen dich in die Abwehr.
  • Alles persönlich zu nehmen was der Partner sagt, bringt euch auseinander.

Was ist also zu tun?
Ich finde es extrem wichtig, eine gute Kommunikation zu etablieren:

Rede von dir.

Es ist die erste Regel beim Feedback geben und sollte in unsere Kommunikation fest etabliert sein: Ich-Botschaften.
Ich habe mir inzwischen angewöhnt meine Sätze mit „Ich“, „Aus meiner Sicht“ oder „In meiner Wahrnehmung“ zu beginnen. Dies hilft mir bei mir zu bleiben und von mir zu reden.

Du musst dadurch mit dir selbst in Kontakt gehen und nachspüren, was sich bei dir bewegt und womit du von deinem Gegenüber in Resonanz gehst.

Übernimm dabei Verantwortung für alles, was sich bei dir zeigt.

Wenn ich zu meinem Partner sage: „Mich macht es total wütend, dass ich es nicht schaffe früh schlafen zu gehen, auch wenn du noch nicht zu Hause bist…“ (Ich bin wütend auf mich, weil es mir nicht gelingt gut für mich zu sorgen.) ist es ein großer Unterschied zu „Wenn du so spät nach Hause kommst, muss ich so lange auf dich warten, komme spät ins Bett und bin morgens müde und schlecht gelaunt!“ (Ich gebe dir die Verantwortung für meine Wut und das ich am nächsten Tag müde und übel gelaunt bin.).

Höre deinem Partner zu.

Gerade wenn wir so oft die selben „Schleifen“ drehen und ständig über das gleiche Thema streiten, „wissen wir ja schon“ was unser Partner dazu zu sagen hat…
DaVoN hAt SiCh AbEr NoCh kEiN StReIt GeLösT! OdER?
Entscheide dich im Gespräch mit deinem Partner bewusst dazu, ihm zu zuhören:

  • Kein paralleles zurecht legen der eigenen Argumente oder Ideen.
  • Höre neugierig was er sagt.
  • Was hörst du?
  • Was geht mit dir in Resonanz?

Anschließend redest du.

Nutze das Schreiben.

Wenn deine Emotion hochkocht, du aus deiner Sicht die totale Ungerechtigkeit oder Kränkung erlebst, dann schreibe alles auf was jetzt da ist. Total unzensiert und unreflektiert! Ja, das ist die Einladung, um so richtig vom Leder zu ziehen. Das Geschriebene ist nur für dein Tagebuch.

Ich erlebe das Schreiben als wirkungsvolles Mittel, um richtig Dampf abzulassen. Danach geht es mir besser.
Durch häufiges schreiben, kannst du später mit Abstand deine wiederkehrenden Muster- schwarz auf weiß-erkennen!

Kommunikation in der Partnerschaft

Überwinde dich.

Ja du liest richtig. Auch wenn alles in dir schreit: So geht das nicht, ich bin gekränkt, er macht das nicht richtig… entscheide dich, trotzdem weiter zu machen: Bleib trotzdem präsent und im Kontakt mit deinem Partner. Dieses „eingeschnappt sein“ ist ziemlich intensiv und es ist wahrlich nicht leicht “auszuschnappen” (Puh, ich kenne das.).

Aber was hast du davon? Mach mit deiner wertvollen Lebenszeit was schöneres 🙂
Ausnahme: Die wählst bewusst Zeit für dich, um zum Beispiel zu schreiben (siehe “Nutze das Schreiben”).

Du kannst und wirst deinen Partner nicht ändern.

Der hilfreiche Fokus kann immer nur allein auf dir liegen. Wenn dein Partner total grässliche Eigenschaften hat und ansonsten auch absolut daneben ist und du überhaupt nicht verstehst, was ihn umtreibt, dann lautet die Frage an dich: Willst du diese Beziehung wirklich-wirklich?

Kommunikation in der Partnerschaft

Geh voran, dein Partner wird folgen.

Es braucht einen, der beginnt etwas zu verändern. Einen neuen Weg zu gehen. Sei DU die Veränderung, die du dir wünscht!
Wenn einer im System beginnt sich zu verändern, wird sich das ganze System verändern.

 

Diese Punkte sind meines Erachtens die Grundlage, durch die echte Begegnung möglich wird.
Und sei geduldig mit dir. Es braucht Übung die verschiedenen Aspekte zu verinnerlichen.

Deine
Anika

 

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