Beziehungstanz: Du erlebst ihn als ganz normal, aber das ist es nicht

Hin und her in Beziehungen

Kennst du das ewige hin und her in Beziehungen?

Dieses hin und her in Beziehungen hat seine Ursache sehr früh in deinem Leben. Das wissen die Meisten nicht. Und noch schlimmer wird gemein hin geglaubt, dass es ganz normales Verhalten ist. Wenn du aber erst einmal einen Blick jenseits des vermeintlich “normalen Verhaltens” werfen konntest, willst du nie mehr zurück.

 

Wenn du magst, nehme ich dich zunächst auf ein kleines Experiment mit.

Stell dir vor, du wirst jetzt geboren. Und in diesem Experiment hast du das Bewusstsein, dass du weißt, dass du neu geboren bist. Du bist ein paar Wochen alt oder auch einige Monate. Stell dir vor, deine Eltern sind sehr liebevoll und fürsorglich. Sie lassen dir Raum, um dich in deinem Körper und hier auf der Welt wahrzunehmen.
Du hast Zeit zum Ankommen. Sie lassen dich einfach sein. Gleichzeitig spürst du Sicherheit und Vertrauen. Du bist total geschützt und behütet von deinen Eltern. Du bist. Einfach.
Spüre in dich in dieser Szene.

Was nimmst du wahr?
Vielleicht Liebe, offen sein, Weite, Entspannung, Sicherheit, Vertrauen, Neugierde.

Du bist als Baby ganz Pur. Rein. Dein Wesenskern liegt offen.

Experiment Ende.

Ich habe ja gesagt, ein kleines Experiment 🙂

Hast du eine kleine Idee bekommen, wie sehr deine Essenz zu Beginn deines Lebens frei liegt?

In der Regel erleben wir in der Kindheit, das uns gesagt wird, „wie wir sein sollen“, „wie wir nicht sein sollen“, „was wir tun sollen“ (und nicht tun sollen). Wir machen zu dem die Erfahrung von Kontrolle oder Einengung (z.B. durch Sorgen und Ängste) durch unsere Eltern. Sie geben ihr bestes und schenken dem Kind was sie in der Lage sind zu geben.

Und dann kennst du wahrscheinlich auch die Erfahrung von Trennung oder Verlust. Mama ist nicht erreichbar (z.B. durch Krankheit, Beruf, Besorgungen) und lässt dich zurück. Weil du so klein bist, kannst du das nicht einordnen. Du weiß nicht, dass sie gleich (oder bald) wieder da ist.
Mit all diesen Erfahrungen gehen Kinder um. Damit diese nicht unsere Essenz verletzen, entsteht jetzt eine schützende Schicht um unseren Kern herum. Das ist für unser Überleben wichtig, weil sonst ungeschützt alles von Außen auf unseren weichen Kern wirken würde.

Ist als kleines Kind sehr viel an Fürsorge, Sorgen, Ängsten an dich heran gekommen, so dass es einfach zu viel war, all diese Reize und Emotionen zu verarbeiten, so musstest du dich davor schützen, dass es dir eben nicht zu viel wird.

Hast du eine Trennung von der Mutter erlebt oder wurdest allein gelassen, dann musstest du deinen Wesenskern auch vor diesem Schmerz schützen. Und in jeder möglichen anderen Situation versuchtest du so viel Aufmerksamkeit, Zuwendung und Sicherheit wie möglich zu bekommen.

Und diese Erfahrungen speichern wir in unserem Körper. Egal ob du ein „zu viel“ oder „zu wenig“ (oder beides) erfahren hast, du erfasst es als aller erstes als Gefühl bzw. Körperreaktion. Dein Mutter ist abwesend oder du hast keine emotionale Bindung zu ihr: Du fühlst dich allein gelassen, getrennt, traurig, hoffnungslos, …

Du wurdest überhäuft von engmaschigen Strukturen: Du fühltest Enge, Atemlosigkeit, kein Raum für dich, …

Heute (er)lebst du diese Prägungen in deinen Beziehungen wieder: Wird es dir zu nah oder zu viel, sorgst du für mehr Raum, in dem du die Bindung unterbrichst, abweisend bist oder einen Streit inszenierst.

Zeigt sich dagegen stark deine Sehnsucht nach Verschmelzung, Aufmerksamkeit, Nähe und Kontakt, dann versuchst du diese durch deinen Partner erfüllt zu bekommen. Du klammerst und engst ein. Erfüllt er diese Sehnsucht nicht, landest du umgehend in deiner alten Wunde der Verlassenheit.

Kennst du beide Prägungen sehr gut, dann spürst du vielleicht wenig. Fühlst dich unbeweglich. Kannst dich nicht auf jemanden zu bewegen und auch nicht weg.

Deine Schutzschicht agierst du automatisch aus und hältst sie für normales Verhalten.
Und so tanzen viele Paare und auch angehende Paare den Tanz von „Lass uns ganz nah sein“ und „Geh weg ich brauche Raum für mich, mir ist das zu viel“.

Versteh mich nicht falsch. Jeder hat ein natürliches Bedürfnis nach Nähe und Distanz. Jedoch haben wir es nicht gelernt diese adäquat, das heißt durch Kommunikation, auszuloten. Die Meisten zeigen dem anderen was sie brauchen durch verletzende und unverständliche Handlungen (z.B. durch Kontaktabbruch, um Raum für sich zu haben). Dadurch produzieren wir weitere Verletzungen.

Oder durch Klammern oder Einengen des Partners, anstatt zu erkennen, wo diese Sehnsucht ihren Ursprung hat und nicht die Erfüllung aller Hoffnungen auf den Partner zu projizieren. Der ist dafür nicht zu ständig.

Was braucht es also?

Es braucht dein Bewusstsein, was du in deiner Partnerschaft tust.
Wie viel Nähe du brauchst variiert. Wie viel Raum für dich wichtig ist, variiert auch. Es bleibt also, immer mit dem Partner im Austausch zu bleiben. Und vor allen Dingen zu erkennen, wann du, Erwachsene, den Wunsch nach Nähe hast, und wann dein inneres Kind, welches bis heute präsent ist und immer dann, wenn es an die alte Wunde erinnert wird, flippt und das Steuer an sich reißt.
Das wird niemals ganz weg gehen. Aber es ist an dir das Maß deines verletzenden oder einengenden Schutzverhaltens zu verringern.

Mit zunehmender Bewusstheit, was du tust, kannst du aufhören deine Schutzmechanismen aus zu agieren.

Versuche dich so oft wie möglich bewusst selbst zu beobachten.

Den ganzen Tag agierst du unbewusst deinen „Schutz“ aus. Das heißt du hast jeden Tag mehrfach die Gelegenheit dich selbst zu erkennen.

Der Gewinn: Wozu das ganze?

Du begegnest deinem Partner in einer neuen Tiefe. Es kann wirklicher Kontakt, Nähe und Intimität entstehen. In dem du dich authentisch zeigst. Aussprichst wo du stehst, was du empfindest und was du dir wünschst (ohne die Erwartung das der andere diese erfüllen muss).

 

Herzlichst,
Anika

 

Möchtest du voran kommen, dich nicht länger in deinen „Wiederholungsschleifen“ drehen und deinem essentiellen Wesenskern Nahe kommen? Melde dich hier für ein Liebes-Durchbruchs-Coaching. Wir sprechen 20 Minuten über deine Ziele und Herausforderungen und schauen, ob ich dich unterstützen kann. Ich freue mich sehr auf dich!

 

Ich danke dir für dein Vertrauen in mich und meine Arbeit.

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