Warum es dir so schwer fällt die eigenen Gefühle und Wünsche auszudrücken, wie es dir doch gelingen kann und was dann auf dich wartet.

Deine Gefühle und Wünsche ausdrücken lernen.

Deine Gefühle und Wünsche: Sagst du was dich bewegt und dir wichtig ist?

Wieso fällt es uns so schwer unsere Gefühle, Wünsche und Dinge, die uns wichtig sind, an- und auszusprechen?

Statt dessen:

  • Der Andere wird schon auf die Idee kommen, dass…
  • Ich warte bis er sagt, wie er zu diesem oder jenem steht.
  • Sie wird schon merken, dass ich …
  • Unstimmige Situationen werden ausgesessen, ertragen und geschluckt…

Kennst du das?

Du agierst immer vor dem Hintergrund deiner persönlichen Prägung. Klar 🙂 Aufgrund deiner Geschichte hast du ganz konkrete Vorstellungen wie etwas zu sein hat. Das heißt, deine inneren Bilder überträgst du selbstverständlich auf entsprechende Situationen in deinem Leben und gehst davon aus, dass es so richtig ist. Hat dein Gegenüber ganz andere Vorstellungen wie etwas zu sein hat, muss der Andere ja verkehrt sein.

Hieraus resultiert in den meisten Fällen Streit. Du sagst beispielsweise deinem Partner wie etwas deiner Meinung nach zu sein hat, weil du überzeugt bist, recht zu haben. Dein Partner vertritt einen ganz anderen Standpunkt.

Wie geht die Geschichte bei dir weiter?

Kommt es zum Streit? Versuchst du ihn von deiner Sicht zu überzeugen? Machst du ihm Vorwürfe? „Zeigst“ du deinem Partner durch schlechte Laune, dass etwas nicht okay für dich ist?

Oder sagst du ihm,

  • was deine Vorstellungen sind,
  • was du empfindest, wenn du seinen Standpunkt hörst,
  • vielleicht auch was du brauchst, um dich zu entspannen oder dir wünscht?

Aus meiner Sicht ist letzteres der absolut richtige Weg, um in deiner Beziehung Nähe zu erfahren. Du zeigst dich dadurch deinem Partner: Was sein Verhalten mit dir macht und was dir wichtig ist. Du stehst damit für dich ein und zeigst dich authentisch mit dem was dich bewegt.

Klingt eigentlich ganz einfach.

Warum wählen viele Menschen jedoch den Weg des Angriffs, Vorwurfs oder des „Ich zeig es dir“?

1 Vorbilder

Ich glaube deshalb, weil wir es nicht anders gelernt haben. Wie wurde in deiner Familie mit Konflikten umgegangen?

Unsere Eltern sind unser erstes Modell für eine Beziehung. Von diesem übernehmen wir unbewusst die Art der Kommunikation, Umgang mit Konflikten, den Umgang Miteinander, usw.. Je mehr wir auch anders sein wollen als unsere Eltern, desto mehr tun wir es ihnen gleich.

2 Nicht Wissen

Da wir diese Form des Mitteilens nicht gelernt haben, kommen wir auch nicht auf die Idee, dass ich meine Gefühle und Wünsche in einer Ich-Botschaft ausdrücken könnte. Das was ich nicht weiß, kann ich auch nicht anwenden oder umsetzen.

Diese neue Perspektive („Ich rede über mich.“) ist für viele Frauen ein tolles Aha-Erlebnis.

3 Angst

Folgend kann eine Angst vor Ablehnung oder den Konsequenzen auftauchen. Wenn ich meinem Partner beispielsweise sage wie es mir geht, wo meine Grenze ist oder was ich brauche, dann lacht er mich aus| glaubt mir nicht | verlässt mich | nimmt mich nicht ernst | … .

4 Neuland

Die Angst „mich zu zeigen“ mit etwas, was bedeutend oder wichtig für mich ist, kann sich heikel anfühlen, wenn ich es noch nicht oft gemacht habe: Ich fühle mich unsicher, schutzbedürftig, verletzbar.

5 Glaubenssätze

Habe ich unbewusste Glaubenssätze, wie zum Beispiel „Ich bin nicht liebenswert.“ oder „Meine Bedürfnisse dürfen nicht sein.“, so „lade“ ich meinen Partner unbewusst dazu ein, mir diese Sätze zu bestätigen (Gesetz von Ursache und Wirkung)…. bis mir diese unbewussten Glaubenssätze bewusst sind und ich sie verwandele.

Der Schritt zum Aussprechen

Ich kann mich sehr gut an meine ersten „Sprech-Versuche“ erinnern. Zum einen hatte ich enorme Angst, mich mit dem „was in mir ist“ zu zeigen und zum anderen hatte ich keine Worte oder Sätze parat, um das auszudrücken. Ich wusste nicht, wie ich überhaupt eine Sprache für meine Bedürfnisse finden soll.

Ich habe dann zum Beispiel Sätze vorformuliert 🙂 Du lachst? Das war total hilfreich.

Dadurch hatte ich eine Idee, wie ich es ausdrücken kann und es gab mir Sicherheit – etwas woran ich mich festhalten konnte.
Anfangs kamen die Sätze noch ziemlich hölzern über meine Lippen. Mit ein bisschen Übung geht es immer leichter und mittlerweile kann ich das, zum Beispiel was ich mir Wünsche, leicht ausdrücken.

Der richtige Zeitpunkt

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um etwas zu thematisieren? Gibt es ein zu früh oder zu spät?

Ich denke nein. Der richtige Zeitpunkt ist dann, wenn du REIF bist. Ich habe es immer daran gemerkt, wenn ich das, was ich sagen wollte, kaum noch zurückhalten konnte.

Frag deinen Partner, den neuen Mann in deinem Leben oder denjenigen, dem es etwas auszudrücken gibt, wann er ein paar Minuten für dich Zeit hat, weil du ihm/ihr gern etwas sagen möchtest…

Was ist die eigene Belohnung?

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Nähe und Intimität mit dir selbst.

Du kommst dir dadurch näher. Bist verbunden und in Kontakt mit dir.

Du stehst zu dir.

Damit nimmst du dich selbst an (Selbst-Liebe). Gibst dir ein JA. Machst dich nicht verkehrt.

Du stehst für dich ein.

Du sagst was dir wichtig ist. Nimmst dich nicht zurück und passt dich nicht Umständen oder Situationen an, die für dich nicht stimmen.

Du fühlst dich energetisiert und lebendig.

Dich zu zeigen macht unglaublich viel Energie frei. Du fühlst dich vitalisiert, kraftvoll und lebendig.

Dein Selbstwertgefühl steigt.

Du gehst verantwortlich mit dir um und du gehst in deine Größe.

Du nimmst dich selbst wichtig.

Du empfindest dich als richtig und in Ordnung. Das stärkt dich und schenkt dir Glücksgefühle.

Du stärkst deine Selbstliebe.

Die Liebe zu dir selbst, das vollkommene Ja zu dir, deinen Wünschen und Bedürfnissen, stärkt und nährt dich. Deine Selbstliebe wird sich auch auf dein Umfeld positiv auswirken.

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Deine Anika

 

Ich freue mich über deine Meinung!

2 Comments

  • Renate Monheimius

    Reply Reply 26. April 2016

    Liebe Anika,

    das ist gerade genau mein Thema. Es ist unsagbar schwer über seinen eigenen Schatten zu springen, seiner Angst zu begegnen und überhaupt Worte zu finden, wenn man das nie getan hat. Außerdem tut es richtig weh, sich selbst zu begegnen und dem, was man zu lernen hat. Wachstumsschmerzen!

    Du hast Recht, mit allen Punkten, die Du erwähnst, was die Belohnung betrifft. Und weißt Du was? Schon allein die Entscheidung, seiner Angst zu begegnen und jetzt endlich etwas anders zu machen als bisher, setzt erstaunliche Energien in Bewegung – noch bevor man diesen schweren Schritt gegangen ist.

    Danke für diesen Artikel, den ich heute Morgen fand, nachdem ich gestern Abend einen schweren Schritt gegangen bin.

    Herzliche Grüße
    Renate Monheimius

    • Anika Fischer

      Reply Reply 26. April 2016

      Liebe Renate,

      ich danke dir für dein Mitteilen. Ich bin sehr berührt von dem was du schreibst.
      Und ich stimme dir total zu: Es ist sehr schmerzhaft, wenn wir uns ehrlich anschauen und erkennen, dass wir vielleicht unserer inneren Wahrheit/Stimme nicht gefolgt sind.
      Und ja, allein die Entscheidung der Angst zu begegnen und für sich selbst einzustehen setzt enorme Energie frei.

      Ich wünsche dir alles Liebe für deine weiteren mutigen Schritte.

      Anika

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